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Titelbild für aktuelle Nachrichten der DGO

18. Norddeutscher Galvanotag in Hannover-Altwarmbüchen

Die Halbtagsveranstaltung der norddeutschen DGO-Bezirksgruppen stieß auf gewohnt großes Interesse. Die DGO-Bezirksgruppen Bremen / Hamburg / Oldenburg Schleswig-Holstein und Hannover gaben ihre Fusion und Umbenennung in DGO-Bezirksgruppe Nord bekannt.

Teilnehmer des 18. Norddeutschen Galvanotags nutzten die Pausen zum persönlichem Austausch

Die Teilnehmer nutzten die Pausen zum regen Austausch.

Zum 18. Norddeutschen Galvanotag am 16. Mai konnte Tagungsleiter Rudi Fließwasser wieder über 80 Teilnehmer begrüßen. Gleich zu Beginn teilte Fließwasser dem Auditorium mit, dass die beiden norddeutschen Bezirksgruppen Bremen / Hamburg / Oldenburg / Schleswig-Holstein und Hannover in Abstimmung mit dem DGO-Vorstand mit sofortiger Wirkung zusammengelegt und zusammengeführt werden. Dieser Zusammenschluss trägt der Tatsache Rechnung, dass in der Vergangenheit alle Veranstaltungen gemeinsam geplant und durchgeführt wurden. Die neu gebildete DGO-Bezirksgruppe Nord wird von Andreas Zahl geleitet, sein Stellvertreter ist Rudi Fließwasser. Die DGO-Bezirksgruppe Bielefeld bleibt weiterhin eigenständig und wird wie bisher auch den kommenden Norddeutschen Galvanotag ausrichten.

Praktische Galvanotechnik

Die beiden Vortragsblöcke des 18. Norddeutschen Galvanotags waren Praktische Galvanotechnik (Moderation: Thomas Kruggel, Bezirksgruppe Bielefeld) sowie Umwelt und Forschung (Moderation: Andreas Zahl, Bezirksgruppe Nord).

Im ersten Themenblock referierte Thomas Kruggel zum Thema „Fachkräftemangel in der Galvanobranche: Was können wir tun?“. Die DGO, so Kruggel, erhalte viele Anfragen nach Fachpersonal. Bezogen auf die Berufsausbildung stelle sich die Frage, woher die jugendlichen Schulabgänger Informationen erhalten, die sie dazu bewegen, einen Handwerksberuf zu erlernen. Der Beruf des Beschichters nicht sehr bekannt. Der Referent beschrieb die Berufsausbildung in Hannover. Die Anwesenden rief er dazu auf, die Schulen zu unterstützen und wo immer möglich, selbst auszubilden. Für ausbildungswillige Unternehmen, die nicht über alle galvanischen Verfahren verfügen, schlug er eine zentrale Internetplattform vor, über die ein gegenseitiger ein Austausch der Auszubildenden mit anderen Ausbildungsbetrieben organisiert werden könne.

Benjamin Wieser (UMICORE Galvanotechnik) berichtete über „Alternativen zu Nickel in der Galvanotechnik“. Längerer Hautkontakt mit Nickel kann allergische Reaktionen hervorrufen. Darauf hat der Gesetzgeber mit der EU-Nickelverordnung und weiteren Regulierungen reagiert und somit der Galvanotechnik die Aufgabe gestellt, Ersatz für Nickel zu finden. Wieser stellte die alternativen Metalle vor. Weiterhin ging er auf verschiedene Schichtkombinationen ein, die bei den einzelnen Anwendungen aufgebracht werden können. Die Alternativen Mehrkosten betragen, je nach Anforderung und Verfahren das 1,25 bis 50-fache der Kosten für die einfache Vernickelung. Höhere Kosten entstehen bei der Verwendung von Edelmetalle, wie beispielsweise Palladium.

Björn Haupt (Stockmeier Chemie) referierte zum Thema „Strippen: Versiegelungen, Sealer, Topcoats, Entfernen von Gestellgummierungen, Kunststofftrommeln und Siebkörben“. Die Entwicklung von Versiegelungen und Topcoats ist in den vergangenen Jahren immer weiter vorangeschritten. Die Haftfestigkeit und chemische Beständigkeit dieser Produkte steigen stetig. Umso schwieriger sei es, diese Beschichtungen von den Veredelungsgestellen, Galvaisiertrommeln, Siebkörben und Ähnlichem wieder zu entfernen. Dieses Entfernen muss in immer kürzeren Taktzeiten vor dem nächsten Galvanisierprozess restlos erfolgen. Wie ein produktionsintegriertes Strippen in Verbindung mit der Entfettung der Ware erfolgen kann, zeigte Haupt an verschiedenen Prozessabläufen.

Umwelt und Forschung

Den zweiten Vortragsblock eröffnete Dr. Ingolf Scharf ( Technische Universität Chemnitz). Mit seinem Vortrag „Chemisch Nickel – Aktuelles aus dem DGO-Fachausschuss Chemische Metallabscheidung“ stellte er seinen Fachausschuss (FA) dem Auditorium vor. Die Ziele des Fachausschusses sind: die Verbreitung der Verfahren, Aufklärung zu Anwendungen und zur Leistungsfähigkeit, Vorentwicklung neuer Verfahren und Verfahrenskombinationen, Erstellung von Branchenstatistiken und die Entwicklung von Analysestatistiken.

Weitere Arbeitsbereiche sind die Öffentlichkeitsarbeit, wie etwa die Pflege des Eintrages über Chemisch Nickel auf Wikipedia und die Begleitung von Forschungsvorhaben. Hierzu berichtete Scharf vor allem über die Wärmebehandlung von Ni/P Schichten und deren Auswirkung auf die Härtewerte. Der FA Chem. Metallabscheidung der DGO und deren Mitglieder für Fragen zur chemischen Metallabscheidung zur Verfügung.

Zur Seite des FA Chemische Metallabscheidung

Den Abschluss der Tagung bildete wie auch auf den vorherigen Norddeutschen Galvanotagen das Thema REACH. Hierzu berichtete in Dr. Joachim Heermann (Dr.-Ing. Max Schlötter) : „REACH macht's möglich! Erzeugnis oder Gemisch, das ist hier die Frage.“ Zunächst ging Heermann in gewohnt lockerer Weise auf die aktuelle Situation der Chromsäureregulierung unter REACH ein. Leider könne niemand voraussehen, wie es hier weitergehen solle. Heermann erläuterte kurz die grundlegenden Spielregeln unter REACH, betrachtete die Begrifflichkeiten Stoff, Gemisch und Erzeugnisse als Grundlage für eine Abgrenzung zwischen Gemisch und Erzeugnis, erklärt den Unterschied zwischen einem Einzelerzeugnis und einem zusammengesetzten Erzeugnis und beschrieb eingehend die unterschiedlichen Verpflichtungen und Anforderungen, die sich aus dem Status eines Stoffes unter REACH ergeben. Anhand von Anschauungsbeispielen aus der industriellen Praxis führte Heermann Probleme und Fallstricke bei der Einstufung als Stoff/Gemisch und Erzeugnis aus und benannte die sich daraus ergebenen Verpflichtungen gegenüber den Akteuren der Lieferkette und den Behörden.

19. Norddeutscher Galvanotag 2020

Den 19. Norddeutscher Galvanotag werden die DGO-Bezirksgruppen Nord und Bielefeld am 7. Mai 2020 wieder im Hotel Hennies in Hannover-Altwarmbüchen veranstalten.