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26. Leipziger Fachseminar mit 52 Ausstellern und rund 240 Teilnehmern erfolgreich

Das 26. Leipziger Fachseminar (LFS) am 7. Februar 2019 fand wieder zeitgleich mit den Messen Z und Intec und bot dadurch wertvolle Synergien.

Mit zwei neuen Moderatoren an Bord konnte das Leipziger Fachseminar auch im 26. Jahr seine Konstanz unter Beweis stellen: Das Organisationsteam mit Vertretern der DGO-Bezirksgruppen Sachsen und Thüringen freute sich über die Teilnahme von 52 Ausstellern und an die 240 Teilnehmer. Als Moderator für das Vortragsprogramm bis zur Mittagspause konnte Professor Thomas Lampke, TU Chemnitz, Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik und für den Teil nach der Mittagspause Dr. Olaf Boehnke, Sachverständige für Umweltschutz, gewonnen werden. Beide waren die Wunschkandidaten des Organisationsteams und haben sehr souverän und locker durch das Vortragsprogramm geführt. Und – sie haben das Auditorium mitgenommen.

Professor Thomas Lampke begrüßte als Gäste den amtierenden Leiter des Dezernats Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig, Dr. Michael Schimansky, Rainer Venz, Vorsitzende der DGO sowie Vertreter der Presse. In seinem Grußwort machte Schimansky darauf aufmerksam, dass sich das Leipziger Fachseminar zu einem beachteten Forum im Rahmen der Messen Z und Intec entwickelt hat und wünschte weiter gutes Gelingen bei der Fortführung der Veranstaltung. Venz untermauerte in seinem Grußwort die Konstanz der Veranstaltung in Leipzig, möglichst noch viele weitere Jahre.

Lampke informierte im Weiteren darüber, dass im Rahmen des 26. LFS kein Galvanopreis vergeben wird. In der Begründung der Jury heißt es dazu „Nach intensiven bilateralen und gemeinschaftlichen Analysen – auch mit den Einreichern persönlich – und anhand der bereitgestellten Unterlagen und Präsentationen konnte leider kein für die Bewertungskommission ausreichender Erfüllungsstand der Bewertungskriterien erreicht und folglich kein Preis zugesprochen werden“.

Anstelle des im Programm geplanten Vortrages des Galvanopreis-Gewinners konnte kurzfristig ein weiterer Vortrag, der ein sehr aktuelles Thema behandelt, in das Programm aufgenommen werden: Dr. Andreas Königshofen, MacDermid Enthone GmbH, referierte zum Thema Kunststoffgalvanisieren – Chromfreie Beize. Königshofen erläuterte beispielhaft anhand des chromfreien Beizprozesses „evolve®“, welche chemische Strategie hinter dieser Entwicklung steckt, welche Anforderungen bezüglich Haftfestigkeit erreicht wurden, welche Erfolge bis dato im Markt erzielt wurden, aber auch welche Schwierigkeiten und Limitierungen noch zu bewältigen sind.

In einem zweiten Vortrag widmete sich Dr.-Ing. Jan Edelmann, Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, dem Thema der Funktionsoberflächen. Im Beitrag befasste sich Edelmann mit den Möglichkeiten zur Modifizierung und Endbearbeitung von Oberflächen für Anwendungen im Bereich Tribologie und Werkzeugbau. Die Anforderungen an Oberflächen haben dabei weitreichende Konsequenzen auf die erforderliche Prozesskette und die Produktionskosten.

Danach folgte ein Themenblock mit drei Vorträgen zum Kathodischen Korrosionsschutz. Die Umsetzung der E-Mobilität beschäftigt aktuell viele Wirtschaftszweige, so auch die Oberflächentechnik. Dr. Andreas Smie, MacDermid Enthone GmbH, gab in seinem Beitrag Antworten auf die Frage nach Alternativen Oberflächensystemen im Hinblick auf die E-Mobilität. Die Kombination von Materialien mit unterschiedlichem elektrochemischem Potenzial kann zur beschleunigten Korrosion einer oder mehrere Materialien führen. Die Unterdrückung bzw. Reduzierung von galvanischer Korrosion ist bei der Mischbauweise eine wichtige Anforderung an moderne Beschichtungssysteme.

Im Rahmen seiner Ausführungen zum Thema Hitzebeständige Passivierungssysteme und Schichtsysteme von Stahl stellte Andreas Blumenberg, SurTec Deutschland GmbH, eine neu Dickschichtpassivierung für alkalisch verzinkte Bauteile vor. Bei dieser Neuentwicklung wurde das Kobalt durch Alternativen ersetzt die eine organokeramische Schicht unter bestimmten Bedingungen erzeugen können. Die so passivierten Bauteile besitzen ein irisierendes Aussehen und weisen keine bis geringe Verdunklung der Schicht nach der Wärmebehandlung auf.

Den letzten Vortrag dieses Blockes gestaltete Karsten Stamm, WKLM Werkstoff- und Korrosionsschutzlabor Marienheide, zu Fragen der gestiegenen Anforderungen an die Werkstoffe und deren Festigkeiten. Beim Einsatz hochfester Stähle ist ein wesentlicher Punkt die betriebsbedingte Wasserstoffversprödung. Hier können die Galvanotechnik bzw. der kathodische Korrosionsschutz eine hilfreiche und zielführende Lösung darstellen. Bei der Beschichtung hoch- und höchstfester Bauteile sind jedoch zwingend Randparameter bei der Beschichtung einzuhalten, die im Vortrag erläutert wurden. 

Im Gemeinschaftsvortrag Alkalische Zink-Nickel-Abscheidung – Verfahrenstechnik und Abwasserbehandlung als Konzept stellte Andreas Schütte, HSO GmbH, anwendungstechnische Untersuchungen und Erfahrungen mit dem Protec 3 System vor. Und im zweiten Teil präsentierte Michael Kück, Färber & Schmid GmbH, ein darauf abgestimmtes Abwasserbehandlungsverfahren. Die Synergie ergibt sich durch die frühzeitige Einbindung der Abwasserbehandlungstechnologie in den Design-Prozess des Elektrolyten.

Frank Schüle, Qubus GmbH, hat in der Ankündigung seines Vortrages zur Legionellen-Verordnung Handlungshilfen für Betreiber oberflächenveredelnder Betriebe versprochen. Er zeigte dem Auditorium zahlreiche Möglichkeiten auf, welche Pflichten Betreiber von Luftwäschern und Nassabscheidern haben und wie Betriebe pragmatisch mit dem Regelwerk umgehen können. Des Weiteren gab er praktische Anleitungen zur Umsetzung der Verordnung im Betrieb, auch welche Möglichkeiten bestehen, aus dem Anwendungsfall heraus zu fallen.

Um den Anlagenherstellern und Betreibern zukünftig ein gewisses Maß an Rechtssicherheit bezogen auf die Sicherheitsanforderungen galvanotechnischer Anlagen zu geben, wurde die Europäische Sicherheitsnorm DIN EN 17059:2018 (im September 2018 veröffentlicht) für Galvanikanlagen erarbeitet. Helmut Stiegler, Technischer Ausschuss ZVO, berichtete in seinen Ausführungen über die Entstehung und Inhalte der Norm mit der Beschreibung der Sicherheitsanforderungen und der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Mit diesen Darlegungen endete das Vortragsprogramm des 26. LFS.  

Boehnke dankte abschließend allen Referenten für ihre inhaltsreichen und rhetorisch guten Vorträge, sowie den Ausstellern und den wieder zahlreich erschienenen Teilnehmern. Und er stimmte schon mal auf das 27. LFS ein, das 2020 wieder an seinem gewohnten Termin – Ende Februar – stattfinden wird.