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BG-Sachsen: Prognosetool für Plasmanitrierprozesse und Ultraschall-Technik vorgestellt

Auf dem Treffen der DGO-Bezirksgruppe Sachsen standen am 9. Mai 2019 im Institut für Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnik (IWW) der TU Chemnitz zwei Vortragsthemen auf der Tagesordnung. Eines davon war die Vorstellung des über die DGO geförderten AiF-Projekts „Prognosetool für Plasmanitrierprozesse zur Randschichtbehandlung von Werkzeugen und Bauteilen“, das die Professur Werkstoff-und Oberflächentechnik (WOT) gemeinsam mit dem Fraunhofer IST in Braunschweig bearbeitet.

Die Veranstaltung der DGO-BG-Sachsen war mit 19 Teilnehmern sehr gut besucht. Dies lag nicht zuletzt daran, dass Dr. Thomas Grund, Jörg Pribbenow und Pierre Landgraf vom WOT ihre Untersuchungsergebnisse zur Einsatzfähigkeit künstlicher neuronaler Netze für die Vorhersage von Ergebnissen der Plasmanitrierbehandlung vorstellten. Auf Basis statistisch geführter realer Nitrierprozesse und deren Auswertung wurde ein sogenanntes Prognosetool entwickelt, das in Abhängigkeit der Prozessparameter Zeit, Temperatur und Stickstoffgehalt zu erwartende Härteniveaus und Einhärtetiefen für eine Reihe von ausgewählten Stählen ausgibt. Implementiert wurde ebenfalls ein Optimierungsalgorithmus, der für vorgegebene Einhärtetiefen geeignete Prozessparameterkombinationen mit geringster Nitrierdauer auswählt.

Das am Beispiel des Plasmanitrierens vorgestellte Vorgehen zur Analyse und Optimierung komplexer Multiparameterprozesse stieß auf großes Interesse. Die Diskussion unter den Teilnehmern zu den Ausführungen von Grund, Pribbenow und Landgraf war daher äußerst spannend.

Den zweiten Vortrag gestaltete Ralf Schwab, Martin Walter Ultraschalltechnik AG, zum Thema „Aktueller technischer Stand von Ultraschall-Aggregaten beim Einsatz in galvanischen Anlagen“. Er informierte in seinen Ausführungen über die Haupteinsatzbereiche dieser Aggregate in galvanischen Prozessen, über Anwendungsbeispiele für dekorative und funktionelle Beschichtungen und wesentliche Prozessfaktoren. Des Weiteren machte er Aussagen zu den verschiedenen Schwingertypen und deren Anordnung im Bad und zu Anlagentypen. Auch hier gab es eine intensive Diskussion, in der deutlich wurde, dass Kunststoffgalvaniken aufgrund der Forderung der Cr(VI)-Freiheit vermehrt Interesse an der Ultraschall-Technik bekunden.