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InnoEMat-Workshop „Digitalisierung elektrochemischer Prozesse“

Knapp 40 Vertreter aus Industrie und Wissenschaft kamen am 28. Mai 2019 zum Workshop „Digitalisierung elektrochemischer Prozesse“ in Frankfurt a.M. zusammen. Die von der wissenschaftlichen Begleitmaßnahme InnoEMatplus (vertreten durch DECHEMA, DGO und DGM) organisierte Diskussionsveranstaltung zielte darauf ab, das Thema Digitalisierung noch näher an mittelständische Unternehmen heranzubringen und gemeinsam konkrete Herausforderungen zu beleuchten.

Karl Morgenstern bei seinem Impulsvortrag zum Auftakt des Workshops

Karl Morgenstern hielt einen Impulsvortrag zum Auftakt des Workshops

Das Workshop-Thema wurde in enger Abstimmung mit dem BMBF festgelegt und orientiert sich am neuen BMBF-Förderansatz „MaterialDigital“, der in Kürze vorgestellt werden soll.

Grundsätzlich ist das Thema Digitalisierung bei vielen mittelständischen Unternehmen zwar mittlerweile angekommen, jedoch wird dieses in seiner langfristigen Bedeutung noch immer unterschätzt bzw. die Tragweite nicht erkannt. Hinter allem steht oftmals die Frage, welchen konkreten Nutzen das Unternehmen hat. Begleitet wird dieser Aspekt meist von der Befürchtung, dass den zum Teil erheblichen Investitionen mittelfristig kein planbarer Ertrag gegenübersteht. Dies führt dazu, dass zu wenige Investitionsentscheidungen getroffen oder einzelne Projekte zu langsam vorangetrieben werden. Zwar sind Branchen wie die chemische Prozessindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau etwas schwächer digitalen Transformationsprozessen ausgesetzt als beispielsweise Handel oder Telekommunikation, eine intensivere Auseinandersetzung mit diesem Thema ist für mittelständische Unternehmen jedoch unerlässlich, um mittel- und langfristige Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.

Fachleute erörtern gemeinsam Voraussetzungen, Potenziale und Risiken

Zu Beginn des Workshops referierten daher drei renommierte Fachexperten zu unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung mit Bezug zu elektrochemischen Prozessen. Damit bildeten sie die fachliche Basis für die folgende Diskussion im Rahmen des Diskussionsformats „World Café“. Dabei wurden unter anderem digitale Assistenzsysteme für eine optimale Prozess- und Ablaufplanung in einem Galvanikbetrieb thematisiert. Aufgezeigt wurden außerdem die Potenziale einer sich am Strommarkt orientierenden und somit flexibilisierten Produktion, um Stromerzeugung und betriebliche Stromverbräuche aufeinander abzustimmen und als betriebliches Geschäftsmodell zu etablieren.

„World-Café“

Im anschließenden „World-Café“ erörterten die Teilnehmer in kleinen Gruppen die Potenziale, Voraussetzungen aber auch Risiken der folgenden vier Aspekte, die mit einer voranschreitenden Digitalisierung immer mehr an Bedeutung gewinnen:

Flexibilisierung: Vernetzung mit externen Systemen, Demand-Side-Management

Prozessführung: Prozesssimulation, Prozessüberwachung und -steuerung in Echtzeit

Prozessoptimierung: Ressourcen- und Energiemanagement

Produkt- und Materialentwicklung: Digitaler Zwilling, Qualitätssicherung, Lebenszyklusbetrachtung

In den intensiv geführten Diskussionen debattierten die Teilnehmer vielseitige sowie auch pragmatische Betrachtungsweisen. So wurde zum Beispiel deutlich, dass zunächst die Erarbeitung einer individuellen und betriebswirtschaftlich sinnvollen Digitalisierungsstrategie im Unternehmen unerlässlich ist: Jedes Unternehmen muss die jeweiligen Rahmenbedingungen analysieren und bewerten, um anschließend anhand der technischen Möglichkeiten einen sinnvollen, nach Prioritäten gestaffelten Umsetzungsplan aufstellen zu können. Dabei ist unter anderem konkretes Fachwissen hinsichtlich Digitalisierung (Kenntnis von konkreten Anwendungsmöglichkeiten) in den unterschiedlichen Abteilungen (Technologie und IT) eine wichtige Voraussetzung für eine zielführende interdisziplinäre Zusammenarbeit. Weiter müsse dabei klar der Mensch und nicht die Technologie im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen.

Erstellung eines White-Papers

Im nächsten Schritt sollen alle dokumentierten Aspekte ausgewertet und in Form eines White-Papers zusammengefasst werden, das für alle Teilnehmer der Veranstaltung und auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. In den kommenden Monaten sind zudem weitere Workshops dieses Formats geplant. Potenzielle Querschnittsthemenfelder sind beispielsweise die Wirtschaftlichkeit elektrochemischer Prozesse oder Potenziale einer Elektrifizierung chemischer Synthesen.

Die Förderinitiative „InnoEMat – Innovative Elektrochemie mit neuen Materialien“ selbst ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung und an die deutschen Kernbranchen Automobilindustrie, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie die chemische Industrie gerichtet. Mit Impulsen für neue Materialien, neue Verfahren und die Produktinnovationen von Morgen zielt das Förderprogramm auf die nachhaltige Unterstützung mittelständischer Unternehmen in Deutschland.

Weiterführende Informationen zur Förderinitiative InnoEMat, zu geplanten Veranstaltungen, Projektinhalten und Ansprechpartnern unter www.innoemat.de.