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Leipziger Fachseminar wieder sehr gut besucht

Zum 29. Mal traf sich die Branche am 7. März 2024 zum Fachseminar in Leipzig. Mit 222 Konferenzteilnehmern und 43 Ausstellern hat die Veranstaltung wieder eine gute Resonanz erfahren.  

Auch die Schüler des BSZ Zwickau zeigten reges Interesse am Leipziger Fachseminar

Stefan Kaßner (li) übergab den Galvanopreis an Dr. Mehmet Öte (2. von links) und Dr. Sebastian Etschel (3. von links). Auch Dr. Daniel Meyer (re) von der DGO gratulierte.

Der Moderator des Vormittagsprogramms, Prof. Thomas Lampke, TU Chemnitz, begrüßte das Auditorium mit den Worten „Wir leben in einer herausfordernden Zeit in vielen Bereichen und es gehört viel Engagement dazu, diese Veränderungen zu meistern“. Als Gäste begrüßte er den Vertreter der Stadt Leipzig, Dr. Hans-Martin Dörfler, Amt für Wirtschaftsförderung, sowie Dr. Daniel Meyer, Technischer Geschäftsführer des DGO sowie Pressevertreter. Dörfler würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Kontinuität der Veranstaltung und die Treue zum Standort Leipzig. Meyer hob in seinem Statement vor allem das ehrenamtliche Engagement hervor, ohne dass diese Veranstaltung nicht möglich wäre und wünschte einen regen Austausch.

Seit 2010 ist das Leipziger Fachseminar mit der Vergabe des Leipziger Galvanopreises verbunden. In diesem Jahr konnte wieder ein Preisträger für beeindruckende innovative Leistungen geehrt werden: Die Schaeffler Technologies AG & Co. KG für ihre Bewerbung „Enertect CT+ Beschichtung für Elektrolyseure“. Dr. Sebastian Etschel informierte in seinen Ausführungen darüber, dass die Beschichtung edelmetallfrei ist. Durch die Möglichkeit, Werkstoffe mit einem geringen CO2-Impact zu verwenden, die auf Grund ihres Korrosionsverhaltens bisher nicht für die Verwendung in elektrochemischen Zellen in Betracht kamen, ermöglicht die Beschichtung Enertect CT+ einen bis zu 80 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck für die Produktion der BPPs im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen.

Das Vortragsprogramm begann mit dem Vortrag von Dr. Franziska Bocklisch, TU Chemnitz, zum Thema „Einsatz von KI mit Bezug zur Galvanotechnik“. Bocklisch gab Einblicke am Beispiel eines laufenden Projekts, wie der KI-Einführungsprozess in der Praxis menschenzentriert gestaltet werden kann. Sie ist Psychologin und bot sehr interessante Ansätze zum Einbringen der KI in galvanotechnische Prozesse.

Im zweiten Vortrag stellten Dr. Daniel Meyer, DGO, und Dr. Lisa Büker, Kiesow Oberflächenchemie GmbH & Co. KG, die Ergebnisse des Ringversuchs des DGO-Arbeitskreises Dekorative Cr(III)-Schichten zur „Reproduzierbarkeit der Schichtdickenmessung bei dreiwertig abgeschiedenen Glanzchromschichten“ vor. Ziel dieses Ringversuchs ist es, diverse Ungenauigkeiten bei der Schichtdickenmessung mittels etablierter Verfahren (Coulometrie, Röntgenfluoreszenzanalyse) branchenweit zu erfassen und Ergebnisse für die Beschichter herauszuarbeiten.

Im Anschluss referierte zunächst Hans-Joachim Kraft, MacDermid Enthone Industrial Solutions, zu Innovationen zur Steigerung der Produktivität, Korrosionsbeständigkeit und Nachhaltigkeit bei der stromlosen Vernickelung. Dann beschäftigte sich Uwe Knebel, mks Atotech Deutschland GmbH, in seinen Ausführungen mit signifikanten Energieeinsparungen bei der Zink-Nickel-Beschichtung.

In der industriellen Versilberung ist die Abscheidung aus cyanidischen Elektrolyten noch immer vorherrschend. Bei der Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Silberelektrolyte ist die Suche nach neuen Komplexbildnern für Silberionen ein zentraler Aspekt. Dr.-Ing. Christoph Baumer, TU Ilmenau, lieferte mit seinem Vortrag „Stabile, nichttoxische Komplexbildner für Silberelektrolyte“ einen Ansatz zur Lösung.

Besonderes Augenmerk verdient der Vortrag von Benjamin Trinks, Berufliches Schulzentrum für Bau- und Oberflächentechnik Zwickau, und Oliver Schürer, Metallveredlung Kotsch GmbH. Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig in der Branche. Beide Referenten gaben mit ihrem Vortrag einen Überblick über die aktuelle Lage zur Ausbildungssituation in den Unternehmen und in den Berufsschulen. Sie zeigten Ideen und Potenziale zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Branche auf.

Für die Unternehmen der Branche gilt es, sich mit innovativen Lösungen den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Daniela Albert, MachDermid Envio Solutions, legte mit ihrem Vortrag den Fokus auf die Rückgewinnung von Metallen, auf Wasserkreisläufe und die Wiederverwendung von Wasser sowie auf Anlagen zur Prozesskonditionierung.

Im letzten Vortrag der Veranstaltung beschäftigte sich Dr. Marcus Glaum, Helmut Fischer GmbH, mit der Automatisierung der Ermittlung der Zink-Nickelkonzentrationen in Zink-Nickel-Elektrolyten mittels der Röntgenfluoreszenz.

Dr. Olaf Boehnke, Sachverständie Umweltschutz, machte in seinen Schlussworten auf das 30. Leipziger Fachseminar aufmerksam, das am 13. März 2025 stattfinden wird.