Interessenten für Normungsausschuss zur plasmaelektrolytischen Oxidation gesucht

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat einen Normungsantrag zum Thema „Plasmaelektrolytische Oxidation von Aluminium“ (PEO) genehmigt. Interessierte Unternehmen sind aufgerufen, sich in den eigenständigen, entsprechenden Arbeitsausschuss einzubringen.

Querschliff einer PEO-Schicht auf Aluminium (Bild: Daniel Meyer)

Querschliff einer PEO-Schicht auf Aluminium

In einer gemeinsamen Initiative von DGO, der AUTOMOTEAM GmbH und weiteren Vertretern aus Industrie und Forschung wurde beim DIN-Normenausschuss Nichteisenmetalle (FNNE) im Frühjahr dieses Jahres ein Normungsantrag zum Thema „Plasmaelektrolytische Oxidation von Aluminium“ gestellt. Jetzt hat der zuständige DIN-Fachbereichsrat Aluminium in seiner jüngsten Sitzung am 20. August 2020 diesem Antrag zugestimmt. Damit ist die erste Hürde zur Erarbeitung einer offiziellen Norm genommen. Im nächsten Schritt soll am 2. Dezember 2020 ein eigenständiger DIN-Arbeitsausschuss gegründet werden, um die Norminhalte festzulegen und zu konkretisieren. Die DGO-Geschäftsstelle ruft interessierte Unternehmen dazu auf, sich aktiv in diesem Arbeitsausschuss einzubringen.

Die plasmaelektrolytische Oxidation (PEO), auch bekannt unter den Bezeichnungen MAO (micro arc oxidation) und ANOF (anodische Oxidation unter Funkenentladung), ist ein oberflächentechnisches Verfahren zur anodischen Konversionsschichtbildung, bei dem die Schichtbildung primär durch komplexe thermochemische Reaktionen in einem Gasphasen-Festkörper-Plasma erfolgt. Vorteil des Verfahrens ist eine breite Variabilität der Mikrostruktur der keramischen PEO-Schichten, die individuell auf verschiedene technische Anforderungen angepasst werden kann. Die Anwendungsfelder erstrecken sich von hochverschleißfesten, hitzebeständigen Schutzschichten auf Aluminiumbauteilen über dekorativ hochwertig anmutenden Bauteiloberflächen bis hin zu korrosionsschützenden Schichten für Magnesium sowie bioinerten und bioaktiven Beschichtungen für medizinische Titanimplantate. Ein weiterer Vorteil der PEO-Schichten ist die sehr gute Kombinierbarkeit mit anderen Oberflächentechnologien wie KTL, Pulverlack, PVD, Sieb- und Digitaldruck.

Das aktuelle Normungsvorhaben zielt darauf ab, die Anwendungsbreite der bereits seit vielen Jahren industriell verfügbaren PEO-Schichten zu vergrößern und die zugehörigen Kunden-Lieferanten-Beziehungen zu harmonisieren.

Wenn auch Sie Entwickler, Nutzer oder Endanwender im Bereich des PEO-Verfahrens sind und Interesse an einer aktiven Mitwirkung im DIN-Arbeitsausschuss „Plasmaelektrolytische Oxidation von Aluminium“ haben, dann melden Sie sich bitte bis spätestens 30. September 2020 in der DGO-Geschäftsstelle bei:

Dr. Daniel Meyer
Tel.: 02103 2556-35
E-Mail: d.meyer(at)dgo-online.de 

Durch eine aktive Mitwirkung hat Ihr Unternehmen die Möglichkeit, eigene Interessen in das Normungsvorhaben einzubringen und einen Wissensvorsprung gegenüber Marktbegleitern zu generieren.