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Bild eines Mannes der auf Netzwerkpersonen tippt

DGO-Bezirksgruppe unternahm Exkursion zur Liebherr-Aerospace im Allgäu

Die erste von mehreren diesjährigen Exkursionen führte die DGO-Bezirksgruppe Nürnberg im Februar zur Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH ins Allgäu. Manfred Hoos, stellvertretender Bezirksgruppenleiter, berichtet vom Betriebsbesuch beim Hersteller von Flugzeugkomponenten im Landkreis Lindau.

Teilnehmende an der der Exkursion zur Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH (Foto: Lisa Steuerer)

Teilnehmende an der der Exkursion zur Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH

Unser erster Ausflug führt uns für einen Tag ins schöne Allgäu zu der Firma Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH! Auch wenn wir bereits 2015 die Firma besichtigen konnten, wurden wir von unseren Organisatoren Günther Prinz und Claus Glocker erneut eingeladen. Schließlich sind die damals noch voll im Gange befindlichen Bauarbeiten nun quasi abgeschlossen, so dass das Werk nun eine ganz neue Aufteilung hat. Und das ist logischerweise eine Reise wert! Da die Reisegruppe sich aus insgesamt 50 Teilnehmern aus unterschiedlichen Teilen Bayerns zusammensetzt und es für Einige einfacher war, direkt nach Lindenberg zu fahren, sind nicht alle zum Ausgangspunkt unserer Exkursion in Nürnberg gekommen.

Trotz Stau spannende Einblicke in 3-D-Metalldruck und Galvanisation von Flugzeugteilen

Früh am Morgen konnten wir noch nicht ahnen, welche „Monstertour“ auf uns wartete. Mit leichter Verspätung wegen hohen Verkehrsaufkommens ging es um kurz nach 7 Uhr von unserem ersten Treffpunkt in Nürnberg los. Bereits auf dem Weg zum zweiten Treffpunkt in Schwabach, wo der Reisebus mit weiteren Teilnehmern aufgefüllt wurde, kam es erneut zu verkehrsbedingten Verzögerungen. Während der Wartezeit auf der Autobahn wurden auch schon die ersten Scherze darüber gemacht. „Ach übrigens! Hat Euch schon jemand gesagt, dass wir eine Zweitagestour machen?“, schallte es durch den Bus. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand wissen, dass wir beinahe tatsächlich über zwei Tage hinweg unterwegs gewesen wären. Unser Zeitplan war von vornherein eng gestrickt und ließ eigentlich keine großartigen Wartezeiten auf der Autobahn zu. Sehr schade, dass unser Plan nicht aufging und sich so die Verweilzeit bei Liebherr verkürzte.

In Lindenberg angekommen verloren wir an der Pforte dann auch keine Zeit mehr mit großen Begrüßungsritualen mit den Selbstfahrern und mit unseren Gastgebern. Nach einem kurzen Hallo und dem Check-in machten wir uns dann auch gleich auf den Weg in den Ausbildungsbereich, wo wir die Entstehungsgeschichte der Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH kennenlernen durften, sowie einen ersten Einblick in die Produktpalette erhielten. Auch in die neuesten Entwicklungen der Fertigung im 3-D-Druck wurden wir eingeweiht, ohne dass zu viel Detailwissen preisgegeben wurde. Schade eigentlich, denn es ist schon sehr erstaunlich, was alles hergestellt werden kann, wenn der Rohstoff Metallpulver mit einem Laser „bearbeitet“ wird. Natürlich müssen hierbei viele Parameter berücksichtigt werden und es vergeht auch viel Zeit, bis die gewünschte Komponente einbaubereit zur Verfügung steht, aber offensichtlich ist dieses Verfahren in Summe günstiger als das Herausfräsen der Wunschgeometrie aus einem massiven Metallblock. Außerdem lassen sich mit diesem Fertigungsverfahren komplett neue Geometrien realisieren, die weniger Material benötigen und folglich auch weniger wiegen. Im Flugzeugbau, wo es quasi auf jedes Gramm ankommt, ein nicht unerheblicher Faktor! Leider blieb während der Firmen- und Fachpräsentation auch kaum Zeit, sich mit den bereitgestellten Getränken, Butterbrezen und Krapfen zu stärken.

Teststände für Funktionsprüfungen großer Flugzeugteile beeindruckten die Besucher

Direkt nach der Informationsphase wurden wir (aufgeteilt in drei Kleingruppen) durch das Test- und Qualifikationszentrum des Standorts geführt. Dort konnten wir die Experten über die jeweiligen Teststände befragen und auch erfahren, wie beispielsweise das Ein- und Ausfahren der Start- und Landeklappen oder des Fahrwerks überprüft werden kann und welche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, damit die Landung auch bei einer nicht funktionierenden Komponente sicher ablaufen kann. Sehr beeindrucken sind natürlich die einzigartigen Teststände für die Funktionsprüfung der sehr großen Komponenten. Sehr interessant und lehrreich, da man solche zum Teil haushohen, individuell angefertigten Teststände nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Sehr schade war, dass wir aufgrund unserer Verspätung nicht mehr den 3-D-Druck besichtigen konnten. Sehr gerne hätten wir zusätzlich zur Theorie auch die praktische Umsetzung dieses Fertigungsverfahrens angesehen. Vermutlich müssen wir in naher Zukunft noch einmal nach Lindenberg fahren, um den 3-D-Drucker in Betrieb zu sehen.

Nach dem leckeren Mittagessen durften wir dann noch die neuen Galvanikanlagen besichtigen und uns vor Ort vergewissern, dass man eine Galvanik im Luftfahrtbereich nicht mit einer klassischen Lohngalvanik vergleichen kann. Während die klassischen Galvanikbetriebe eher auf eine große Stückzahl der Bauteile angewiesen sind, um sich über Wasser zu halten, legt man im Luftfahrtbereich deutlich mehr Wert auf die Qualität jedes einzelnen Bauteils. Sehr spannend war der für den klassischen Galvaniker eher ungewöhnliche Fertigungsbereich des Flammstrahlens, wo in hauchdünnen Schichten geschmolzenes Metall auf den Grundwerkstoff aufgebracht wird. Und dann war die Führung durch den Fertigungsbereich Metallbeschichtung auch schon wieder vorbei.

Zielsicher wurden wir zum Abschluss des Werkrundganges zum obligatorischen Gruppenfoto zusammengerufen und anschließend in das Besprechungszimmer der Galvanik geführt, wo uns Getränke, sowie Kaffee und selbstgebackener Kuchen erwarteten. Die Kuchenpalette reichte von Rotwein- über Zitronenkuchen, bis hin zu einem sogenannten „Mödinoku“! Dieser sehr gesunde Kuchen aus Möhren, Dinkel und Nüssen, sowie auch die vom Vormittag übrig gebliebenen Krapfen, rundeten das Buffet ab! Vielen Dank an alle Bäckerinnen, die sich „freiwillig“ am Vortag oder vielleicht auch in der Nacht vor der Exkursion die Mühe gemacht haben, die leckeren Kuchen zu fabrizieren! Wem Kuchen oder Krapfen nach dem reichhaltigen Mittagessen zu viel war, zum Kaffee aber gerne eine Kleinigkeit zu knabbern hat, konnte sich an den von unseren Gastgebern vorbereiteten Keksen, Nüssen und Salzstangen bedienen. Aus kulinarischer Sicht war die Exkursion also phänomenal, denn obwohl wie immer viel zu viel übrig geblieben ist, hat es allen Beteiligten sehr gut geschmeckt! Zusätzlich hat uns die Firma Decker-Anlagenbau als kleine Überraschung einige Kartons mit Meterstäben, Tassen, Messern, Blöcken und Stiften zur Mitnahme bereitgestellt. Vielen Dank für die Mitbringsel, an denen wir uns reichlich bedienen durften.

Das größte Lob geht aber an unsere Gastgeber, die sehr geduldig auf uns warteten, jede Frage gerne beantwortet haben und nachdem wir mit dieser großen Gruppe von dannen gezogen sind, uns hinterhergeräumt haben! Während der Stunden bei der Firma Liebherr-Aerospace haben wir uns stets sehr wohl gefühlt!

Weitere Exkursionen im Juni und Juli

Wir wären sicherlich gerne noch ein bisschen länger geblieben, aber der Zeitplan gab die Abfahrt vor, denn schließlich mussten die Lenkzeiten des Busfahrers eingehalten werden! Dass dies nicht wirklich geglückt ist, konnten wir an dem Werkstor noch nicht ahnen. Eine Vollsperrung der Autobahn, die mangelhaft angekündigt und beschildert war, verursachte ein immenses Verkehrschaos, in welches wir direkt hineingelangt sind! Somit bewegten wir uns für mehrere Kilometer im Schritttempo. Das drückte ein wenig auf das Stimmungsbarometer, änderte aber nichts an der Tatsache, dass unsere erste Exkursion im Jahr 2019 sehr gelungen war. Wir als BG-Leitung bedanken uns ganz herzlich bei unseren Gastgebern von der Firma Liebherr, dass wir mit so vielen Personen kommen durften, der Firma Decker-Anlagenbau für die Aufmerksamkeiten zum Ende der Werksbesichtigung und natürlich unseren Kuchenbäckerinnen für die mitgebrachten Leckereien! Wir freuen uns schon auf die beiden nächsten Ausflüge im Juni nach Allersberg und im Juli in den Landkreis Traunstein und dessen nähere Umgebung!