Lastgang und Energieverbrauch: ein geschickter Umgang zur Kostenreduktion

In ihrer Veranstaltung am 13. Juni 2019 beschäftigte sich die Bezirksgruppe Sachsen mit effektiven Wegen zur Beschaffung von Energie sowie mit Steuern, Abgaben und Regularien beim Verbrauch von Energie.

Teilnehmer und Referent beim DGO-Bezirksgruppentreffen zum Thema Energiebeschaffung und Regulatorische Kosten.

DGO-Bezirksgruppentreffen zum Thema Energiebeschaffung und Regulatorische Kosten

Als Referenten begrüßte Marion Regal Christopher Tamms und David Albers vom Bundesverband Energie-Abnehmer e.V. (VEA). Nach der Begrüßung durch Prof. Thomas Lampke (TU Chemnitz) und Marion Regal (Leiterin DGO-BG Sachsen ) widmeten sich die Vertreter der regionalen Unternehmen (Hentschel, SAXONIA Galvanik, TZO Leipzig, Nehlsen-BWB Flugzeug-Galvanik Dresden) sowie die Teilnehmer der Veranstaltung sich dem brisanten Thema Energie.

Christopher Tamms referierte über den Bereich der Energiebeschaffung. Tamms ist seit rund 13 Jahren kaufmännisch in der Energiewirtschaft tätig und gegenwärtig im VEA beschäftigt. Viele Galvanikbetreiber konnten in den vergangenen Jahrzehnten ihren Energieverbrauch drosseln. Diese Möglichkeit, Energiekosten zu senken, wird zunehmend herausfordernder. Eine zweite Möglichkeit zur Senkung der Betriebskosten besteht in der Energiebeschaffungsstrategie. Diese Strategien, beruhend auf der langjährigen Erfahrung des VEA, erlauben den ca. 5.000 Mitgliedern des Verbandes große Einsparungen.

Energiebeschaffung

Im Energiesektor sind die Kosten von vielzähligen und sich ständig ändernden Einflussfaktoren abhängig. Eine vorhersagbare Preisentwicklung ist schwierig. Aufgrund der komplexen Vielfalt konzentrierte sich Tamms auf den Stromverbrauch. Dieser macht ca. 20 Prozent des Energiekostenblocks Strom aus. Obwohl der Anteil nur 20 Prozent beträgt, können kleinste Preisunterschiede zusätzliche Kosten von mehreren Tausend Euro für einen galvanischen Betrieb bedeuten. Ein typischer Verbrauch von 10 Mio kWh/a, führt bei einer Preissteigerung um 0,1 ct./kWh zu 10.000 Euro Mehrkosten.

In diesem Zusammenhang stellte Tamms die Beschaffungsstrategien, wie Festpreiseinkauf, flexible Beschaffung, Tranchen und Ausschreibungen vor. Der VEA ist unabhängig vom Lieferanten und zur Unterstützung seiner Mitglieder verpflichtet. Umfangreiche Beratung und Betrachtung der einzelnen Betriebe gehört zum Aufgabenspektrum. Dazu gehört beispielsweise die Berücksichtigung des Lastgangs oder die Vertragsprüfung (versteckte Klausel).

Regulatorische Kosten

Im zweiten Teil der Veranstaltung widmete sich David Albers den regulatorischen Themen Steuern, Umlagen und Abgaben. Die regulatorischen Kosten betragen im Gassektor 40 Prozent und im Stromsektor ca. 80 Prozent. Auch Albers zog den Stromsektor als Beispiel heran. Die Herausforderung für viele Mitglieder des VEA sind die sich jährlich ändernden Größen für Abgaben und Umlagen. Dementsprechend kann sich auch die Energiebeschaffungsstrategie ändern. Es gilt zu bestimmen, welche Kosten bezahlt werden müssen und nicht welche bezahlt werden können. Letztere Sichtweise bedeutet unnötige Betriebskosten. Zur Demonstration wählte Albers die Energiesteuer. An Beispielen erklärte er die Möglichkeiten der Befreiung, vollständige Steuerentlastung (energieintensive Prozesse), Spitzenausgleich (Energieverbrauch und wenig Personal) sowie Eigenerzeugung.

Die beiden Referenten veranschaulichten Lösungsmöglichkeiten interaktiv mit Beispielen der Teilnehmer veranschaulichen. Schnell war klar, dass jeder Betrieb ähnliche Herausforderungen hat, aber eine individuelle Lösung benötigt. Die DGO-Bezirksgruppe dankte den beiden Referenten für ihre Ausführungen und den Teilnehmern für die rege Diskussion.