Nachbericht zu den 7. Tagen der Industriekultur in Leipzig

Bereits zum 7. Mal beteiligten sich der VDMG und die BG-Sachsen mit einem Programmangebot an den Tagen der Industriekultur in Leipzig.

Zur Verbesserung von Lithium-Ionen-Batterien informierte referierte Dr. Michael Stich

Dr. Michael Stich

Auch in diesem Jahr  hat sich der Verein Deutsches Museum für Galvanotechnik (VDMG) mit seinem Programmangebot an den Tagen der Industriekultur in Leipzig beteiligt. Seit zwei Jahren wird die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der DGO-Bezirksgruppe Sachsen organisiert. 

Der Fokus der Fachvorträge lag in diesem Jahr auf der brisanten Thematik „Elektromobilität“. Rainer Venz, (COVENTYA International GmbH) Vorsitzender der DGO, fragte in seinem Vortrag „Elektromobilität und Oberflächentechnik – passt das?“ nach der Bedeutung der Galvanotechnik für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Darin stellte sehr deutlich, äußerst überzeugend und in gewohnt hervorragender Rhetorik die Herausforderungen und Chancen für die Galvanotechnik als einem der Hauptzulieferer der Automobilindustrie dar.

Über neue Materialentwicklungen an der TU Ilmenau zur Verbesserung von Lithium-Ionen-Batterien informierte Dr. Michael Stich in einem zweiten Vortrag. Bei Untersuchungen zum bipolaren Batterieaufbau mit Nickel-Folien wurde festgestellt, dass hohe Zellspannungen möglich sind. Ebenso wurde eine gleichmäßige Strom- und Potenzialverteilung registriert. Für die breite Anwendung solcher Batterien sind weitere Untersuchungen insbesondere zum Einsatz korrosionsbeständiger Legierungen und zur galvanischen Herstellung von Bimetallfolien mit verschiedenen Metallen auf Vor- und Rückseite erforderlich.

Keine Briefmarke ohne Galvanotechnik

Ein völlig anderes Thema sprach Grit Fiedler (VISULABOR®GbR) in ihrem Vortrag an. Sie stellte anschaulich und kompetent den Werdegang einer Briefmarke von der Konzeption über die Gestaltung bis zur fertigen Briefmarke dar und gab so die Antwort auf die Frage „Wie entsteht eine Briefmarke“. Niemand im Auditorium hatte sich je Gedanken darüber gemacht, welche Schritte erforderlich sind, bis wir eine Briefmarke kaufen können. Ein absolut interessanter Vortrag, der auch die Verbindung zur Galvanotechnik herstellte: die Verwendung galvanisch beschichtete Druckzylinder zum Drucken der Briefmarken.

Im Rahmen des „Offenen Werktors“ zeigte und erläuterte Michael Stoffers (Vopelius Chemie AG) die Umgestaltung eines alten Betriebsgeländes (der Galvanotechnik Leipzig) in eine moderne Fertigungsstätte zur Herstellung von Chemikalien in unmittelbarer Nähe von Wohnbauten.

Wie in den Jahren zuvor wurde zur Veranschaulichung des galvanischen Prozesses das Vergolden von kleinen Aluminium-Münzen gezeigt. Es war für die Besucher wieder ein spannender Prozess, zu sehen, wie viele Verfahrensstufen erforderlich sind, um eine Münze mit einer Goldschicht zu versehen. Auch der Werk- und Werbefilm der Langbein-Pfanhauser Werke AG von 1925 sowie der Lehrfilm „Was ist Galvanotechnik?” wurden wieder präsentiert und fanden interessierte Zuschauer. Auf reges Interesse stießen ebenso die Führungen durch das Museum, die während des ganzen Tages angeboten wurden.