Vorbehandlung von Metalloberflächen

In ihrer Veranstaltung am 28. März beschäftigte sich die BG-Sachsen mit dem Stand der Technik zur Vorbehandlung von Metalloberflächen. Als Referenten begrüßte die BG-Leiterin Marion Regal Dr. Reiner Dickbreder von der KIESOW DR. BRINKMANN GmbH & Co. KG.

Teilnehmer des Bezirksgruppentreffens

Nach der Begrüßung durch Prof. Thomas Lampke, TU Chemnitz, informierte Regal über die Themen des Bezirksgruppenleitertreffens, das im Vorfeld des 26. Leipziger Fachseminars in Leipzig stattgefunden hatte; insbesondere über Datenschutzbestimmungen, ZVO/DGO-Bezirksgruppen-Webpräsenz, Referentenvorträge.

Dickbreder studierte in Bielefeld Chemie mit dem Schwerpunkt metallorganischer Verbindungen der vierten Hauptgruppe. Vor nahezu 30 Jahren wechselte er zu KIESOW mit der aktuellen Zuständigkeit im Entwicklungsbereich.

In seinem Vortrag befasste sich Dickbreder mit der gesamten Bandbreite der Vorbehandlung vom Reiniger und dessen Inhaltsstoffen bis zur Bewertung des Reinigungserfolges sowie der Badregenerierung. Vielfältig und speziell abgestimmt sind die einzelnen Reinigungsstrategien. KIESOW DR. BRINKMANN hat bis zu 150 verschiedene Reiniger im Einsatz. Ziel ist eine optisch einwandfreie Oberfläche, die frei von Ölen, Fetten, Pigmenten und Oxiden (Rost) ist. Des Weiteren muss die Oberfläche frei von Metallabrieb, aktiviert und gut wasserbenetzbar sein. Eine gute Haftung der nachfolgenden Schicht muss gewährleistet werden. Die Vorbehandlung sollte ein reproduzierbares sowie zuverlässiges Resultat liefern und möglichst geringe Kosten verursachen.

In einer galvanischen Anlage ist die Vorbehandlung mehrstufig. Dazu gehört typischerweise die alkalische Entfettung, elektrolytische Entfettung (Feinreinigung), saure Beize, Aktivierung und die entsprechenden Spülstufen bevor es zur Bauteilbeschichtung kommt. Dickbreder erläuterte die einzelnen Vorbehandlungsstufen und Zusammensetzungen der Bäder im Detail. Entsprechend dem Grad und der Art an Verschmutzung ist eine Anpassung der Reinigung sinnvoll. Ein Beispiel für die Wahl des chemischen Reinigungsbades: Mineralöle sollten mit Tensiden emulgiert und natürliche Öle alkalisch verseift werden. Die Badchemie sollte effizient kontrollierbar (Austrag, Dosierung der Komponenten) sein. Die richtige Bauteilanordnung mindert die Chemikalienverschleppung und gestaltet den Prozess robuster.

Das Unternehmen KIESOW DR. BRINKMANN betreibt fortwährende Entwicklung für die Bauteilreinigung. So bietet es derzeit eine neue Neutralbeize (SURFACLEAN 688) zur Entfernung von Oxidschichten an. Diese Beize ist salzfrei, pH-neutral, einsetzbar für Spritz- sowie Tauchverfahren und verzichtet auf typische Komplexbildner (Nitrilotri- und Ethylendiamintriessigsäure).

Das Unternehmen bietet dem Kunden die Möglichkeit, für neue anspruchsvolle Reinigungsaufgaben gemeinsam eine geeignete Prozedur zu entwickeln. Notwendig wird dies aufgrund des zunehmenden Aufkommens an neuen Ölen und Fetten, die bei der Bauteilfertigung verwendet werden. Dies demonstrierte die nachgelagerte intensive Diskussion in der gut besuchten Veranstaltung. Auch Alternativen wie die physikalische Reinigung (Dampfphasenreinigung) wurden in der Diskussion angesprochen.