AK Leichtmetalle: Bedarfsermittlung für die Erarbeitung eines Leitfadens für die plasmaelektrolytische Oxidation (PEO)

In Zusammenarbeit mit der DGO-Geschäftsstelle möchte der AK Leichtmetalle den Bedarf für die Erarbeitung eines Verfahrensleitfadens für das in der Praxis bisher wenig angewendete aber leistungsfähige PEO-Verfahren ermitteln.

PEO-Schicht auf AL Substrat

Die plasmaelektrolytische Oxidation (PEO), auch bekannt unter den Bezeichnungen MAO (micro arc oxidation), PCO (plasma chemical oxidation), ANOF (anodische Oxidation unter Funkenentladung) oder ASD (anodic spark deposition), ist ein oberflächentechnisches Verfahren zur anodischen Konversionsschichtbildung, bei dem die Schichtbildung primär durch komplexe thermochemische Reaktionen in einem Gasphasen-Festkörper-Plasma erfolgt. Die keramischen PEO-Schichten erreichen eine Dicke von üblicherweise 10-200 μm und aufgrund einer kristallinen Mikrostruktur sehr hohe Mikrohärten (bis zu 2000 HV). Die Anwendungsfelder erstrecken sich von hochverschleißfesten sowie hitzebeständigen Schutzschichten auf Aluminiumbauteilen über optisch ansprechende oder korrosionsschützende Schichten für Magnesium bis hin zu bioinerten und bioaktiven Beschichtungen für medizinische Titanimplantate.

Im Vergleich zur konventionellen anodischen Oxidation (Hartanodisation) wird die PEO in der industriellen Praxis jedoch viel seltener angewendet, was auf die deutlich komplexeren Zusammenhänge zwischen den eigenschaftsbestimmenden Prozessparametern und dem damit notwendigem Know-how, aber auch auf die vergleichsweise hohen Investitions- und Betriebskosten zurückzuführen ist. Eine höhere Marktdurchdringung wird zudem durch das Fehlen einer offiziellen Verfahrensnorm verhindert. 

Die DGO-Geschäftsstelle möchte daher in gemeinsamer Initiative mit dem DGO-Arbeitskreis Leichtmetalle den Bedarf für die Erarbeitung eines Verfahrensleitfadens ermitteln, der auch als Vorstufe zu einer Verfahrensnorm angesehen werden kann. Mit einem solchen Leitfaden kann mittel- und langfristig eine stärkere Marktdurchdringung des Verfahrens angeregt und das Einsatzspektrum von PEO-Schichten erweitert werden.

Wenn auch Sie aktuell oder perspektivisch Anwender / Nutzer / Entwickler / Wissensträger im Bereich des PEO-Verfahrens sind, Sie grundsätzlich Bedarf sehen und an einer gemeinsamen Erarbeitung eines Verfahrensleitfadens interessiert sind, dann melden Sie sich bitte bis spätestens zum 31. Mai 2019 in der DGO-Geschäftsstelle bei: 

Sabine Groß, Tel.: +49 (0) 2103-2556 50,  E-Mail: s.gross(at)dgo-online.de oder

Dr. Daniel Meyer, Tel.: +49 (0) 2103-2556 35, E-Mail: d.meyer(at)dgo-online.de 

Bei angemessenem Bedarf ist perspektivisch die Bildung einer entsprechenden Arbeitsgruppe vorgesehen.