Auswertung der DGO-Mitgliederumfrage zu keimfreien Oberflächen durch galvanotechnische Verfahren

Die im Juni von der DGO durchgeführte Mitgliederumfrage zeigte sowohl bereits vorhandene Expertise als auch Informations- und konkreten Forschungsbedarf, wie etwa im Hinblick auf Herstellungsverfahren für Massenprodukte und hohe Langzeitstabilität.

Das Interesse an antimikrobiellen Oberflächenbeschichtungen hat in Zeiten der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Sie gelten als eine sinnvolle Ergänzung zu etablierten Hygienemaßnahmen für einen ganzheitlichen Infektionsschutz. Auch kann davon ausgegangen werden, dass diese aufgrund einer bleibenden Hygienesensibilität der Bevölkerung perspektivisch deutlich häufiger zum Einsatz kommen. So können diese neben Anwendungen im Medizinsektor insbesondere an häufig berührten Oberflächen im öffentlichen Raum (z.B. Türklinken und Handläufe), im Lebensmittelbereich (z.B. Maschinen, Geräte und Arbeitsflächen) oder an Alltagsgegenständen (Möbelgriffe, Griffe an Geräten, Taster und Schalter, …) einen wichtigen Beitrag gegen die Ausbreitung von Krankheitserregern leisten. Dies birgt auch erhebliches Anwendungspotenzial für bestehende oder neue galvanotechnische Prozesse.

Vor diesem Hintergrund hat sich die DGO-Geschäftsstelle im Rahmen einer Online-Umfrage an die DGO-Mitglieder gewandt, um den aktuellen Informations- und möglichen Forschungsbedarf innerhalb der Branche zu ermitteln. Die Angaben der Umfrageteilnehmer wurden anschließend ausgewertet und können wie folgt zusammengefasst werden:

Expertise und Forschungsbedarf

Die Umfrageteilnehmer verfügen zum Teil bereits über eine gewisse Expertise bezüglich antimikrobieller Oberflächen. Diese steht unter anderem in Zusammenhang mit galvanisch abgeschiedenen Ag-, Cu- und Au-Beschichtungen sowie mit diversen Dispersionsschichten (z.B. Einbau von photokatalytisch aktiven Titandioxidteilchen). Angeführt wurde aber auch der Einbau von keim- und virenreduzierenden Stoffen (z.B. Silber(nano)partikel oder andere Additive) in diversen Kunststoffbeschichtungen. Unabhängig von einer bestimmten Beschichtungstechnologie müssen jedoch vorab stets die konkreten Randbedingungen (z.B.  Grundwerkstoff: häufig Edelstahl) sowie die Anforderungen (z.B. erwartete Keimbelastung, Umgebungsbedingungen, Medien) identifiziert und berücksichtigt werden.

Konkreter Forschungsbedarf wird vor allem in Hinblick auf Herstellungsverfahren mit hoher Reproduzierbarkeit/Massentauglichkeit und hoher Langzeitstabilität der antimikrobiellen Wirkung gesehen. Auch könnten die Wirkmechanismen, die zur Abtötung von Keimen führen, genauer erforscht werden bzw. auch eine grundsätzliche Betrachtung aller „Kontaktmaterialien“ erfolgen.

DGO wird Angebote entwickeln

Grundsätzlich lässt sich aus der Umfrage zudem ein umfangreicher Informationsbedarf ableiten. Die DGO-Geschäftsstelle wird dies zum Anlass nehmen, um weitere Aktivitäten wie Fachvorträge oder Workshops zu organisieren. Hierüber wird rechtzeitig informiert.