DGO ehrt Jonas Heilig als jahrgangsbesten Absolventen zum Oberflächenbeschichter der Berufschule in Schwäbisch Gmünd

Die DGO-Bezirksgruppe Stuttgart überreichte dem diesjährigen besten Absolventen zum Oberflächenbeschichter der Berufsschule Schwäbisch Gmünd, Jonas Heilig, eine Urkunde und damit verbundene Preise. Seine betriebliche Ausbildung absolvierte er bei Umicore in Schwäbisch Gmünd.

Sabine Fath (Schulleiterin), Volker Rogoll (Fachlehrer), Jonas Heilig (Prüfling), Birka Schunter (Klassenlehrerin), Steffen Barth (Leiter Personal und Ausbilder, Umicore)

Die Übergabe des Preises erfolgte am 18. Oktober an der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd in Anwesenheit der Schulleitung, der Fachlehrer sowie eines Vertreters des Ausbildungsbetriebs Umicore Galvanotechnik GmbH in Schwäbisch Gmünd. Seitens der Berufsschule nahmen die Schulleiterin Sabine Fath, Abteilungsleiterin Dr. Christa Hannak sowie die Fachlehrer Birka Schunter und Volker Rogoll teil. Der geehrte Oberflächenbeschichter Jonas Heilig wurde vom Umicore-Ausbilder/Leiter Personal Steffen Barth begleitet.

Da die Unternehmen im Bereich der Oberflächentechnik beziehungsweise der Galvanotechnik seit vielen Jahren unter einem Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften leiden, stellt sich stets die Frage, wie junge Menschen nach Beendigung der Schulausbildung ihre Berufswahl angehen und was sie dazu bewegt, den Weg in die galvanotechnische Produktion zu finden. Hier spielen die Unternehmen eine wichtige Rolle, wie Jonas Heilig betont: „Mein erster Kontakt mit dem Fachgebiet Galvanotechnik fand auf einer Ausbildungsmesse des Berufsschulzentrums Aalen statt.

Jonas Heilig kam auf einer Ausbildungsmesse mit der Galvanotechnik in Kontakt

„Der Mitarbeiter der Umicore Galvanotechnik auf dem Messestand hat das Berufsbild so interessant und detailliert dargestellt, dass ich mich zu einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz entschloss“, berichtete Heilig. Dem Mitarbeiter der Umicore Galvanotechnik im Bereich Personalwesen, der über die Besetzung von Lehrstellen entscheidet, stellte sich der Bewerber zudem sehr positiv dar. Steffen Barth von der Personalabteilung der Umicore: „Jonas Heilig zeigte bereits beim Bewerbungsgespräch ein gutes persönliches Auftreten, kombiniert mit einer schnellen Auffassungsgabe und einem großen Interesse. Damit war für uns klar, dass wir mit ihm als Auszubildenden und späteren Mitarbeiter eine gute Wahl treffen werden, was sich jetzt auch als richtig erwiesen hat.“

Die Präsentation der Unternehmen in ihrem lokalen Umfeld ist ein wichtiges Element bei der Gewinnung von Nachwuchskräften für die galvanotechnische Industrie. Ein weiterer ist eine gute Behandlung des Lehrfachs Chemie in der Schulausbildung und insbesondere eine darin eingebettete erste Nennung und Vorstellung der Galvanotechnik. Diese Erfahrung machte die Fachlehrerin Birka Schunter in ihrer Ausbildung: „Der zuständige Lehrer meiner Schule war in der Lage, Chemie interessant darzustellen und seine Begeisterung für die galvanotechnische Metallabscheidung auf die Schüler zu übertragen. Dadurch war das im Umfeld ansässige Unternehmen Gartner in Gundelfingen stets in der Lage, eine ausreichende Zahl an Auszubildenden zu gewinnen.“

Sowohl Steffen Barth als auch Birka Schunter sind sich darin einig, dass die aktuelle Coronapandemie Bemühungen zu einem direkten Kontakt zu Schulen oder die Darstellung auf wichtigen Ausbildungsmessen erheblich erschwert haben. Trotzdem ist es möglich, die Begeisterung von Schülern wie Jonas Heilig durch Veranstaltungen an Schulen an weitere Generationen von Oberflächenbeschichtern weiterzugeben, was nicht zuletzt auch am ausbildenden Unternehmen, dessen Ausstattung und Ausrichtung sowie dem Umgang mit den Mitarbeitern liegt, wie Jonas Heilig ausführt: „Die Umicore Galvanotechnik verfügt nach meinen Erfahrungen aus den Gesprächen mit Mitschülern über eine sehr moderne Fertigung. Darüber hinaus zeigt die Beschichtung mit Edelmetallen auf den unterschiedlichsten Teilen, wo Metallschichten überall zum Einsatz kommen und wie wichtig deren Eigenschaften und Funktionen sind. Vor allem die chemische Abscheidung ist für mich ein sehr interessantes Verfahren. Auch könnte ich mir gut vorstellen, meine berufliche Qualifikation durch eine Weiterbildung zum Techniker oder ein Ingenieurstudium zu erweitern. Aktuell aber fühle ich mich bei der Umicore Galvanotechnik bestens aufgehoben und hoffe, in den nächsten Jahren meine Praxiserfahrungen vertiefen zu können.“

Die Fachabteilung Galvanotechnik des Berufsschulzentrums Schwäbisch Gmünd sieht sich aktuell in einer guten Position. So fanden und finden umfangreiche Erweiterungen und Erneuerungen der Schule statt. In Kürze kann das neu errichtete Wohnheim für Auszubildende, die aus dem gesamten Bundesgebiet nach Schwäbisch Gmünd kommen, belegt werden. Überlegungen richten sich auch auf Neuerungen der technischen Einrichtungen, die in Schwäbisch Gmünd seit mehr als 100 Jahren Bestandteil der Ausbildung sind. Wie Birka Schunter betont, werden alle Praxisverfahren im Berufsbild des Oberflächenbeschichters, neben der galvanischen Metallabscheidung zum Beispiel auch die chemische und elektrochemische Oberflächenbehandlung von Aluminium oder das Feuerverzinken, derzeit fast ausschließlich im Schulunterricht vermittelt. „Wir wünschen uns hier eine höhere Bereitschaft der verschiedenen Unternehmen zum zeitweisen Austausch von Auszubildenden zwischen den Unternehmen. So wird eine noch bessere Vermittlung von Praxiswissen und Praxiserfahrungen erzielt – hier besteht nach meiner Meinung noch deutlich Nachholbedarf.“ Die derzeitige Schülerzahl von 60 Auszubildenden in zwei Klassen wird auf längere Sicht kaum ausreichen, um den Bedarf an Nachwuchskräften im Berufsfeld Oberflächenbeschichter für Industrie und Handwerk zu befriedigen. Trotzdem ist es erfreulich, die Begeisterung von jungen Fachkräften wie Jonas Heilig zu sehen, so dass auch in Zukunft hochqualitative beschichtete Produkte in Deutschland hergestellt werden können.

DGO-Mitgliedschaft und Buchpreis

Als Anerkennung erhalten die besten Azubis von eine kostenlose einjährige persönliche Mitgliedschaft in der DGO. Diese eröffnet den ausgezeichneten Nachwuchsfachkräften neben vielen anderen Vorteilen den regelmäßigen Zugang zu aktuellen Brancheninformationen über den ZVOreport und die DGO- und ZVO-Newsletter sowie vor allem die Möglichkeit der Teilnahme an den Treffen der DGO-Bezirksgruppen. Hier können Branchenkontakte über die eigenen Ausbildungsfirmen hinaus geschlossen und die Branchenzugehörigkeit vertieft werden.

Außerdem überreicht die DGO das Fachbuch Chemische Vernickelung von Prof. Dr.-Ing. Dr. habil. Nasser Kanani, erschienen in der Schriftenreihe Galvanotechnik und Oberflächenbehandlung des Eugen G. Leuze Verlags, der das Buch zur Hälfte sponsert und außerdem ein einjähriges Abo seiner Fachzeitschrift Galvanotechnik gewährt.