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BG Sachsen bot Mitgliedern Vortrag über elektrochemische Prozesse, die die Galvanik- und Leiterplattenindustrie unterstützen können

Die Mitglieder der BG Sachsen begrüßten am 13. November an der TU Chemnitz Dr. Jens Krümberg, Geschäftsführer der Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH. Dr. Krümberg referierte zum Thema “Support durch elektrochemische Prozesse: Wie die Elektrochemie die Galvanik- und Leiterplattenindustrie unterstützen kann”.

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Zu Beginn seiner Ausführungen informierte Dr. Krümberg kurz zum Unternehmen. Eilenburg ist ein traditionsreicher Chemiestandort in der Nähe von Leipzig. 1887 wurde das Eilenburger Chemiewerk (ECW) gegründet und hat im Laufe der Jahre einige Namensänderungen durchlaufen. Es wurden aber immer chemische Produkte hergestellt. Heute firmiert das Werk unter dem Namen Polyplast Compound-Werk nachdem das Eilenburger Chemiewerk 1994 geschlossen.

1992 wurde die Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH (EUT) von Industrie- und Hochschulforschern gegründet. Aufbauend auf den langen Traditionen der Elektrolyseforschung des ehemaligen ECW verfügen die Firmengründer und Mitarbeiter über Fachkompetenz, langjährige Erfahrungen und Know-how auf dem Gebiet der Elektrolysetechnik und der elektrochemischen Verfahrenstechnik. 

EUT produziert Elektrolysetechnik in einem breiten Sortiment, welches von kleinen Elektrolysezellen für den Laborbedarf oder für Wasserdesinfektion mit der Leistung von wenigen Ampere, über kleintechnische und technische Elektrolysezellen bis hin zu Anlagen im industriellen Maßstab mit großer Stromkapazität reicht.

Für die Entwicklung neuer Verfahren und Technologien stehen entsprechende Laboreinrichtungen und ein gut ausgestattetes Technikzentrum zur Verfügung.

In seinem Vortrag stellte Dr. Krümberg die nachfolgenden Technologien vor, für die EUT Elektrolysezellen zur Rückgewinnung von Metallen und Beizlösungen und zur Aufarbeitung von Prozesslösungen anbietet. In den Technologien kommen diamantbeschichtete Elektroden (BDD) zur Anwendung. Diese bordotierten Diamantelektroden sind mit synthetischem Diamant beschichtet und werden mittels CVD-Verfahren hergestellt. Sie verfügen über ein weites elektrochemisches Fenster und ermöglichen dadurch Reaktionen bei sehr hohen und sehr niedrigen Spannungen. Sie zeichnen sich durch eine hohe chemische Stabilität und Festigkeit aus uns sind extrem korrosionsbeständig. 

Elektrochemische Vernickelung:

Zur Verhinderung der „Kalbung“ des Bades werden Inertanoden eingesetzt, die dafür sorgen, dass das Bad zusätzlich mit Strom versorgt wird. Dadurch wird eine Erhöhung der Badstabilität und der Lebensdauer erreicht und die Abfallmenge vermindert. Die Trennung der Inertanode vom Prozessbad erfolgt durch eine Membran.

Chemische Vernickelung (Phosphinataufbereitung): 

In der Abwasserbehandlung können Phosphinate und Phosphonate in der Regel nicht gefällt werden. Die Oxidation der Phosphonate zu Phosphaten erfolgt mittels Diamantelektroden. 

Metallrückgewinnung und Persulfat-Reoxidation mittels RECYPER-Verfahren in einer kompakten Elektrolysezelle: 

Beim Beizen von Kupferwerkstoffen (Leiterplatten) mit Peroxodisulfat enthält die verbrauchte Lösung Kupfer und Beizlösung. In der RECYPER-Anlage werden durch die Nutzung der diamantbeschichteten Elektroden die kathodische Kupferrückgewinnung mit der nachfolgenden Persulfat-Regeneration in nur einer Elektrolysezelle mit Plattenkathoden zur Metallabscheidung kombiniert. Der Betrieb ist im Bypass zur bestehenden Beizlinie möglich. Vorteile des RECYPER-Prozesses sind: 

  • Gute Stromausbeuten auch bei niedrigen Sulfatkonzentrationen im Beizbad
  • Recycling von verschiedenen Beizmitteln möglich
  • Effiziente Peroxodisulfat-Reoxidation direkt aus der verwendeten Beizlösung ohne potentialerhöhende Zusätze
  • Reduktion der Abwassermenge

An einem Anlagenbeispiel demonstrierte Krümberg die möglichen Einsparpotenziale: Bei einer Anlage mit einer Anlagenleistung von 3.000A können 2kg/h Kupfer, 9kg/h Na-Persulfat zurückgewonnen werden. Das würde eine Abwasserreduktion von ca. 750m³/a bedeuten. Bei einem Kupferpreis von 8,00€/kg entspricht das ca. 100.000€ Einsparung und für Na-Persulfat von 75.000€ (1,25€/kg). 

Autorin: Marion Regal