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Jacobi-Preis

Als Anreiz zur Förderung zukunftsweisender Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Galvanotechnik wurde vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Galvanotechnik mit Beschluss vom 22.1.1976 derk Jakobi-Preis gestiftet.

Der Preis ist nach dem deutschen Forscher Professor Dr. Moritz Hermann von JACOBI benannt, der durch Begründung der Galvanoformung im Jahre 1838 einen wesentlichen Beitrag zur technischen Entwicklung und Anwendung der Galvanotechnik geleistet hat. Die Verbindung seines Namens mit dem Preis soll vor allem darauf hinweisen, dass es gerade die anwendungsbezogenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind, die dem Fortschritt der Galvanotechnik und angrenzender Bereiche der Oberflächentechnik dienen.

Der Preis stellt eine Anerkennung und Ehrung für Arbeiten dar, die dem Fortschritt der Galvanotechnik dienen. 

Im Einzelnen gelten folgende Bestimmungen:
1. Der Preis wird als Anerkennung für längerfristige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Galvanotechnik verliehen. Die Arbeiten sollen in den letzten Jahren durchgeführt worden sein. In der Regel soll der Preis an eine Einzelperson und nicht an ein Team vergeben werden. In Ausnahmefällen kann jedoch auch eine Einzelperson stellvertretend für ein Team ausgezeichnet werden.
2. Die für den Preis in Frage kommenden Kandidaten können der DGO von jedermann bis spätestens 31. Januar eines Jahres vorgeschlagen werden. Der Vorschlag einschließlich einer ausführlichen Begründung ist schriftlich an die DGO-Geschäftsstelle zu richten (E-Mail: dgo.info@dgo-online.de) 
3. Der Jacobi-Preis besteht aus einer Urkunde, einem Exemplar JACOBI-FAKSIMILE-Band sowie einer Erinnerungs-Medaille. Die Verleihung erfolgt im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der nächsten ZVO-Oberflächentage. Der Preisträger stellt seine gewürdigte Arbeit im Rahmen eines Vortrages (max. 30 Minuten) während des Kongressprogrammes der ZVO-Oberflächentage vor.

Unsere Preisträger

1977
  • Dr. rer. nat. Klaus Wiebusch
    in Anerkennung seiner Verdienste um Forschung und Entwicklung und Normung auf dem Gebiet der Galvanisierung von Kunststoffen
1980
  • Dr. phil. nat. Richard Dötzer
    in Anerkennung seiner zukunftsweisenden Arbeiten zur praktischen Anwendung der Metallalkylkomplexe für die Elektroraffination von Metallen und die galvanische Abscheidung hochreiner Aluminiumschichten (Sigal-Verfahren)
1985
  • Prof. Dr. rer. nat. August-Friedrich Bogenschütz
    in Anerkennung für die Entwicklung wegweisender Verfahrenstechniken der funktionellen Galvanik und deren Einführung in die Elektrotechnik
1988
  • Prof. Dr. rer. nat. Christoph J, Raub
    in Anerkennung seiner besonderen Verdienste auf dem Gebiet der interdisziplinären Zusammenarbeit
1992
  • Helmut Fischer
    in Anerkennung für das von ihm entwickelte Schichtdickenmeßsystem Betascope, mit dem zum ersten Mal eine gesicherte Qualitätsprüfung durch einfache, zerstörungsfreie und wirtschaftliche Meßreihen in großer Zahl errmöglicht wurde
1994
  • Prof. Dr. rer. nat. Heinz Liebscher
    in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen in Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Grundlagen und Anwendungen der modernen Galvanotechnik
2000
  • Dr. Theo Daenen
    in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen bei der Entwicklung innovativer galvanotechnischer Prozesse und deren Umsetzung in industriellem Maßstab
2009
  • Prof. Dr. Waldfried Plieth
    in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen bei der Erforschung der Grundlagen galvanotechnischer Prozesse und der Entwicklung innovativer Verfahren
2011
  • Prof. Dr.-Ingf Wolfgang Paatsch
    in Anerkennung seiner herausragenden Leistungen in Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Galvano- und Oberflächentechnik. Neben grundlegenden wissenschaftlichen Fragestellungen standen immer auch die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis im Vordergrund. Insbesondere war er u.a. auf dem Arbeitsgebiet der Wasserstoffreaktion und Wasserstoffversprödung, sowie der Korrosion und des Korrosionsschutzes tätig.
2016
  • Prof. Dr.-Ing. Uwe Landau
    in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten, bei denen speziell die industrielle Anwendung von elektrochemischen und galvanischen Prozessen zur Herstellung neuer Materialien und Schichtsystemen im Fokus standen. Eine besondere Leistung war die Entwicklung von Verfahren zu selektiven Beschichtung von hochkomplexen dreidimensionalen Bildmaterialien. Auch beschäftigte Prof. Landau mit der Entwicklung einer neuartigen galvanisch hergestellten antimikrobiellen Oberflächenbeschichtung mit der Bezeichnung AgXx. Diese Beschichtung mit einer außerordentlich keimtötende Wirksamkeit wurde u.a. internationalen Raumstationen eingesetzt.
2018
  • Dr. Jürgen Schulz-Harder
    in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten, insbesondere seiner völlig neuen Theorie zur Einebnung mikrorauer Oberflächen durch Zugabe organischer Additive. Das neue Modell zur Beschreibung der Oberflächenveränderung durch organische Additive bei der galvanischen Metallabscheidung hat das theoretische Gebäude der Galvanotechnik um einen neuen Einebnungsmechanismus erweitert. Die DGO würdigt einen Wissenschaftler, der für die Galvanotechnik eine so grundlegende, international anerkannte und wirtschaftlich höchst bedeutende Theorie entwickelt hat.
2023
  • Dr. Andreas Zielonka
    in Anerkennung der Erforschung und Weiterentwicklung folgender Gebiete: Galvanotechnische Verfahren zur Hochgeschwindigkeitsabscheidung, Entwicklung und Anwendung elektrochemischer Methoden zur Online- Prozessüberwachung, Entwicklung und Einführung neuartiger funktioneller Oberflächen auf Basis von Legierungsschichten, Dispersionsschichten, Multilayersystemen, Gradientenschichten sowie Nanosystemen. Besonderer Bedeutung für die Galvanotechnik haben seine Forschungsschwerpunkte in den Themenfeldern Brennstoffzellen, Batterieforschung und Wasserstofftechnik.