Innovationen bei Galvanogestellen
Das Unternehmen entwickelt und fertigt vorwiegend für die Galvano- und Leiterplattentechnik kundenspezifische Gestelle und Vorrichtungen. Gestelle für eine optimale Oberflächenbehandlung von verschiedenen Metall- und Kunststoffteilen, die mit der Produktivität der Kundenanlagen abgestimmt sind, beinhalten das Produktionsprogramm. Der Gestell-Grundaufbau beginnt bereits mit der Kontaktausführung, die eine sichere und verlustarmen Stromübertragung der erforderlichen Elektroenergie gewährleisten muss. Dazu stellte der Referent die Gestell-Kopfvarianten Haken, Schwalbenschwanz-Kopf und Spannplatten-Kopf mit Vorteilen und Nachteilen vor.
Es folgten des Weiteren die Gestellrahmenausführungen mit Haupt- und Querstreben mit Verweis auf eine entsprechende Stabilität. Außerdem sollte der Querschnitt so ausgeführt werden, dass eine optimale Stromversorgung der zu beschichteten Teile gewährleistet wird. Hierbei spielt das gewählte Gestellmaterial und dessen Querschnitt eine entscheidende Rolle, weisen doch Kupfer, Messing, Stahl/Edelstahl oder Titan durch ihre unterschiedliche Leifähigkeit große Strombelastungsunterschiede auf.
Spürbare Unterschiede in der Kontaktierung, im Aufbau, Handhabung und Kosten bestehen bei starren und beweglichen Gestellen. Bewegungsgestelle können durch variable Lageänderungen Lufteinschlüsse, Verarmungsprozesse und den Elektrolytaustrag herabsetzen, sowie die Tiefenstreuung von speziell geformten Teilen verbessern.
Schwenkgestelle für einfache Teile mit Schwenkwinkel von +40° bis – 40° können für Beschichtungen ohne sichtbare Kontaktstellen verwendet werden. Wesentlich komplizierter im Aufbau sind Rotationsgestelle mit und ohne Programmierung. Sie eignen sich für Teile mit Sacklochbohrungen und kritischen Außengeometrien. Programmierbare Gestelle können sowohl schwenken als auch rotieren. Dadurch lassen sich optimierte Beschichtungen in Sacklöchern und Gewindebohrungen durch besseren Elektrolytaustausch erreichen.
Michael Stopp stellte ein speziell in der Firma entwickeltes Schwenkgestell mit Hagenaufhängung und integrierter Stromversorgung für den Antrieb in einem Video vor. Diese GS-Gestelle sind somit:
- autarke Systeme
- einfach im Aufbau und Handhabung
- nach Kundenanforderungen aufgebaut
- pflegeleicht und wartungsfreundlich
- robust durch Edelstahlgehäuse
- anpassbar bei geänderten Bedingungen
Damit beendete Michael Stopp seinen konstruktiven Vortrag. In der anschließenden Diskussion wurden Fragen zur Edelmetallisierung der Kontakte, Anordnung der Haken und zur Warenträgerbreite gestellt. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der stellvertretende DGO Bezirksgruppenleiter Dr. Peter Kutzschbach beim Referenten Michael Stopp für seinen interessanten Vortrag und verwies auf die Jahresabschlussveranstaltung im Dezember 2025.
Autor: Dr. Peter Kutzschbach