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BG Thüringen: Dr. Jens Krümberg berichtet über Support durch elektrochemische Prozesse

Der erste Vortrag im Jahr 2026 der DGO Bezirksgruppe Thüringen startete zum Thema “Support durch elektrochemische Prozesse: Wie die Elektrochemie die Galvanotechnik- und Leiterplattenindustrie unterstützen kann.” Als Referent konnte Dr. Jens Krümberg, Geschäftsführer der Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH (EUT GmbH) gewonnen werden.

Referent Dr. Jens Krümberg (li), BG-Leiter Mathias Fritz

Referent Dr. Jens Krümberg (li), BG-Leiter Mathias Fritz

Die Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH (EUT GmbH) ist ein technologieorientiertes Unternehmen, welches 1992 von Industrie- und Hochschulmitarbeitern gegründet wurde. 

EUT produziert Elektrolysetechnik in einem breiten Sortiment. Das Portfolio reicht von kleinen Elektrolysezellen für den Laborbedarf, für Wasserdesinfektionsanlagen geringer Leistung bis hin zu kleintechnischen und technischen Elektrolysezellen sowie zu industriellen Anlagen mit großer Stromkapazität. Für die Entwicklung neuer Verfahren und Technologien stehen moderne Laborausrüstungen mit einem gut ausgestatteten Technologiezentrum zur Verfügung. 

Dr. Jens Krümbergbeschreibt zu Beginn seines Vortrages die Sicherung stabiler Prozessbedingungen durch den Einsatz zusätzlicher inerter Anoden am Beispiel der elektrochemischen Vernicklung. Ihr Einsatz führt nicht nur zur Erhöhung der Elektrolytstabilität, sondern auch zur Steigerung der Lebensdauer und Abfallminderung. Dabei ist eine Trennung von Inerter Anode und Prozesselektrolyt durch eine Membran vorzunehmen, damit der oxydative Abbau von Organika wesentlich reduziert werden kann. 

Bei der chemischen Vernicklung steht die Phosphinat- Aufbereitung bis zum Phosphat durch Anodenprozesse an bordotierten Diamantelektroden (BDD-Elektroden) im Vordergrund. Diese Elektroden werden aus synthetischem Diamanten im CVD- Verfahren hergestellt und zur Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit mit Bor dotiert. Sie besitzen eine hohe chemische sowie mechanische Stabilität und ermöglichen Reaktionen bei hohen und niedrigen elektrischen Spannungen. Eigens entwickelte Behandlungszellen in der Außenansicht wurden vorgestellt. 

Im letzten Teil des Vortrages berichtete Dr. Krümberg über das RECYPER-Verfahren zum Recycling von verbrauchten Kupfer-Beizlösungen. Bei diesem Prozess wird ebenfalls in einer Membranzelle in Kombination von Anoden- und Kathodenreaktionen die Rückgewinnung des Ätzmittels (Natriumperoxodisulfat Na2S2O8)bei gleichzeitiger Metallrückgewinnung ablaufen. Die bildlich dargestellte Elektrolysezelle gestattet eine optimierte kathodische Abscheidung des Metalls sowie die anodische Oxidation im Anodenabteil der Zelle. Die Vorteile des RECYPER- Verfahrens sind:

  • Gleichzeitige Rückgewinnung von Kupfer und Beizmittel

  • Der Betrieb ist im Bypass zur bestehenden Beizlinie möglich

  • Effiziente Reduktionen der Abwassermenge

  • Recycling von verschiedenen Beizmitteln ist möglich

  • Erzielen guter Stromausbeuten auch bei niedrigen Sulfatkonzentrationen im Beizelektrolyten

  • Effiziente Peroxodisulfat-Reoxidation direkt aus der verwendeten Beizlösung -keine potentialerhöhende Zusätze erforderlich

Mit einigen Zahlen über die jährliche Rückgewinnung von Kupfer und Peroxodisulfat sowie über den dafür erforderlichen Stromverbrauch einschließlich Kostenbilanz beendete Dr. Krümberg seinen Vortrag. In der anschließenden Diskussion wurden Fragen zur Stromdichtebelastung von BDD Anoden und ihre Kosten gestellt. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Bezirksgruppenleiter Mathias Fritz bei Dr. Jens Krümberg für seinen interessanten Vortrag.

 Autor: Dr. Peter Kutzschbach